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Focus Future

Die Baubranche der Zukunft

Technologien und Innovationen verändern die Art und Weise, wie wir zusammen leben und arbeiten. Der digitale Kulturwandel ist längst auch in der Baubranche angekommen. Die PORR hat in den vergangenen Jahren wichtige Initiativen vorangetrieben, Prozesse optimiert und erhebliche Mittel in den Ausbau der IT-Infrastruktur investiert.

Ziel der PORR ist es, durch den maßgeschneiderten Einsatz innovativer Technologien die Wertschöpfungskette zu optimieren: von der Akquise über die Planung, Kalkulation und Ausführung bis hin zur Inbetriebnahme und Wartung eines Objekts. Dabei hat die PORR alle Maßnahmen so aufgesetzt, dass sie merklichen Nutzen für die Kundinnen, Kunden und Endnutzerinnen und Endnutzer schaffen. Die PORR engagiert sich zudem in zahlreichen Gremien, um verbindliche Branchenstandards zu erarbeiten. Wir sind entschlossen, in diesem veränderten Wettbewerbsumfeld Chancen aktiv zu nutzen und unsere Vorreiterrolle im Hinblick auf die Weiterentwicklung der europäischen Bauindustrie auszubauen.

LEAN Management und Building Information Modeling (BIM) – powered by PORR

Gelebter Pioniergeist ist eine der größten Stärken der PORR. Als Motor der Bauindustrie arbeiten wir mit neuesten Methoden und entwickeln diese laufend weiter. Mit LEAN Design, LEAN Construction und BIM sind wir entlang der gesamten Wertschöpfungskette kreativer, schneller und produktiver. Wir arbeiten nicht an der Zukunft, wir arbeiten bereits mit ihr.

Mit der Einführung von LEAN Management Methoden wurden vor allem zwei Ziele definiert: Zum einen soll die Effizienz in allen Prozessen – sei es in Bauvorhaben oder in der Administration – erhöht werden. Zum anderen soll die Kommunikation und die Zusammenarbeit zwischen allen Projektbeteiligten – intern wie extern – verbessert werden. LEAN bedeutet „schlank“ und tatsächlich geht es darum, Unnötiges zu vermeiden und den Projektverlauf schlank zu halten. Man muss genau verstehen, wie Prozesse funktionieren, was und wann alle Beteiligten zum Gesamtwerk beitragen und welche Vorleistung benötigt wird. Durch die daraus resultierende Transparenz können entbehrliche Schritte schnell aufgedeckt, optimiert und in Folge vermieden werden. Im Mittelpunkt von LEAN stehen die Kundinnen und Kunden, das Projekt und die erfolgreiche Abwicklung.

Building Information Modeling (BIM) ermöglicht die Erstellung eines durchgängigen Datenmodells, das alle Fachplanungen, Bauphasen und -abschnitte umfasst. Von der Planung und Kalkulation über Bauausführung und Innenausbau bis hin zum Betrieb von Objekten, wird der gesamte Lebenszyklus von Bauwerken abgebildet.

Bis BIM als Branchenstandard etabliert ist, gibt es noch viel zu tun. Im Rahmen unserer Projekte testen und optimieren wir diese Arbeitsweise kontinuierlich. Der Fokus liegt auf der praxisnahen Umsetzung und der engen Zusammenarbeit zwischen BIM-Entwicklung, IT, Planung, Ausführung und Betrieb. Gemeinsam mit Partnern aus Technologie und Forschung bekleiden wir eine aktive Rolle und sind dank unserer langjährigen Praxiserfahrung maßgeblich an der Gestaltung neuer Standards beteiligt.

Im Bereich „Leistungen“ finden Sie weitere Informationen zu LEAN Design, Construction und BIM.

Insights

Digitale Transformation in der Bauindustrie

Expertenkommentar von Clemens Neubauer:

Die Digitalisierung bestehender Prozesse und Wertschöpfungsketten zählt heute für Unternehmen zu den wichtigsten Herausforderungen, um auch künftig wettbewerbsfähig zu bleiben. Auch in der Bauindustrie sind die Auswirkungen des digitalen Kulturwandels deutlich spürbar. Wichtige Impulstreiber sind Building Information Modelling (BIM) und LEAN Management.

Mit Lean Management wird die Wertschöpfung für die Auftraggeberin bzw. den Auftraggeber entscheidend optimiert – und das bei bestmöglichem Ressourceneinsatz.  So werden Prozesse in allen Planungs- und Bauphasen schlanker und die Projektabwicklung effizienter. Nicht zuletzt, weil alle Beteiligten direkt miteinander kommunizieren können.

Speziell dieser Vorteil ist das Ergebnis von BIM. Dank dieser Arbeitsweise entsteht ein durchgängiges Datenmodell, das alle Fachplanungen, Bauphasen und -abschnitte abbildet. Von Planung und Kalkulation über Bauausführung und Innenausbau bis hin zum Betrieb von Objekten über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg.

Damit der Wandel traditioneller Bauprozesse gelingt und Unternehmen von der Digitalisierung tatsächlich profitieren, sind Mut zur Veränderung, ein grundlegendes Umdenken in der Baubranche sowie einheitliche Branchenstandards notwendig. Doch was genau hindert das Entstehen eines optimalen Umfelds in der Baubranche?

  • Datensicherheit: Stärkerer Fokus auf Cloudlösungen
    Daten sind essenziell für den künftigen Unternehmenserfolg und gelten zu Recht als Gold des 21. Jahrhunderts. Gleichzeitig beschäftigt uns das Thema Datensicherheit in fast allen Bereichen unseres Lebens – sei es als Privatperson, als Person des öffentlichen Interesses oder in der Berufswelt. Vereinzelt löst die Sammlung und Auswertung projektbezogener Daten in der Cloud Unsicherheiten aus. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Unternehmen, Entscheiderinnen und Entscheider den Umgang mit digitalen Informationen jedoch grundlegend überdenken und verstärkt auf Cloudlösungen setzen. Ortsunabhängiger Zugriff auf digitale BIM-Modelle mittels aller verfügbaren Endgeräte ist dabei von zentraler Bedeutung. Zukunftsfähige Bauunternehmen setzen bei der Projektumsetzung auf hochvernetzte Prozessabläufe, um geografische und interdisziplinäre Grenzen aufzubrechen und komplexe Projekte erfolgreich umzusetzen. 

  • Mut zu Fehlern: Fehlerkultur möglich machen
    Die transparente Prozessplanung und -abwicklung mittels BIM und LEAN Management sorgen für eine unschlagbare Projekt-Detailtiefe und interdisziplinäre Umsetzungsqualität. Herausforderungen und Ineffizienzen können in der Projektumsetzung bereits frühzeitig erkannt und beseitigt werden. Grundlage hierfür bildet eine gelebte Fehlerkultur. Denn nur wenn wir Fehler als Chance sehen, um kollektives Lernen zu ermöglichen, rückt man das eigentliche Ziel – das Projekt selbst – in den Mittelpunkt.

  • Entstehung neuer Berufs- und Rollenbilder
    Die Verarbeitung und Zentralisierung standardisierter Daten bietet Bauunternehmen enorme Optimierungspotenziale in allen Projektphasen. Gleichzeitig führt der Einsatz neuer Technologien und Methoden - wie beispielsweise BIM und LEAN Management - zum Wandel bestehender Anforderungsprofile bei den Projektbeteiligten. Damit Datensätze sinnvoll genutzt werden können, müssen logische Verknüpfungen geschaffen sowie bestehende Rollenbilder und Fachkenntnisse erweitert werden. Wohin die Reise geht, zeigen neue Berufe wie beispielsweise BIM Koordinatorinnen und Koordinatoren, BIM- oder LEAN Managerinnen und Manager. Die Expertinnen und Experten schaffen Überblick in den Datenmengen, sorgen für die optimale Kommunikation zwischen den Projektbeteiligten und heben den persönlichen Austausch auf ein neues Level.

  • Unterstützung: Automatisierung und künstliche Intelligenz
    Auch in den Bereichen Automatisierung und Business Intelligence sind BIM und LEAN essenziell: Optimierte Prozesse und konsolidierte Daten entlang der Wertschöpfungskette eines Bauwerks führen zwangsläufig dazu, dass Datensätze zur Ansteuerung von vernetzten Maschinen, Geräten und Robotern verwendet werden. In Folge werden zahlreiche Bauprozesse künftig automatisiert. Die daraus generierten Ist-Daten können wieder standardisiert ins Modell zurückgespielt werden – so lassen sich Zusammenhänge noch besser herstellen und Abwicklungen autonom unterstützen.

Ich blicke positiv in die Zukunft, denn mittels verschlankter digitaler Projektabwicklungsprozesse lassen sich Wertschöpfung und Kundennähe noch stärker in den Unternehmensfokus rücken und Vorreiterrollen wirkungsvoll unterstreichen. Unternehmen, die in der Baubranche von morgen weiterhin wettbewerbsfähig bleiben möchten, müssen bereits heute entsprechende Maßnahmen setzen, um vom digitalen Kulturwandel tatsächlich zu profitieren.