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Wasserkraftwerk Ashta

Foto: Wasserkraftwerk Ashta: die Staumauer bei bewölktem Himmel
Daten und Fakten
Firma PORR Bau GmbH
AuftraggeberENERGJI ASHTA Shpk
Stadt/LandShkoder - Albanien
Projektart Großprojekte Infrastruktur, Kraftwerksbau
Bauzeit01.2010 - 12.2012

Technisch anspruchsvolle Lösung für albanisches Wasserkraftwerk

Das Wasserkraftwerk Ashta liegt am Fluss Drin in der Nähe von Shkoder, der viertgrößten Stadt Albaniens. Auftraggeber war die ENERGJI ASHTA Shpk, eine Projektgesellschaft der österreichischen Elektrizitätsunternehmen VERBUND und EVN. Ashta ist die letzte Kraftwerksstufe in einer Reihe von bestehenden Kraftwerken im Norden von Albanien. Es nutzt die Fallhöhe zwischen dem vom Fluss Drin gespeisten Spathara Stausee und der Mündungsstelle des Drin in den Buna. Das aus zwei Anlagen und einem 5 km langen Verbindungskanal bestehende Kraftwerk erzeugt mithilfe von 90 Matrixturbinen insgesamt 55 MW Strom. Die PORR bewegte bei diesem Projekt mehr als 3 Mio. m³ Erdreich und verbaute knapp 100.000 m³ Beton.

Die Baugrube stellte eine große technische Herausforderung dar. Zahlreiche, nach internationalem Standard definierte Tiefbauverfahren waren notwendig, um die schwierigen geologischen Verhältnisse nahe des Drin-Flusses in den Griff zu bekommen: Der Grundwasserspiegel befindet sich nur knapp unter der Geländeoberkante, die Kraftwerkssohle in fast 10 m Tiefe. Die extreme Wasserdurchlässigkeit des Baugrunds und die speziellen örtlichen Bodenverhältnisse erforderten eine technisch anspruchsvolle Lösung.

Zuerst wurden die Bohrpfähle hergestellt, auf denen der Kraftwerksblock gegründet ist. Eine mit Stahl bewehrte Schlitzwand aus Beton wurde ähnlich einem Schutzschild in den Boden eingebracht und mit Ankern rückverankert. 

Die Baugrube zwischen der Schlitzwand wurde mit Tieflöffelbaggern wie eine große Badewanne ausgehoben. Anschließend wurde in 10 m Wassertiefe eine 1,5 m dicke Unterwasserbetonsohle von Berufstauchern betoniert. Damit diese vom Wasserdruck nicht nach oben gedrückt wird, musste sie mit Gewi-Pfählen niedergehalten werden.

Erst danach konnte das Wasser ohne technische Bedenken aus der Badewanne bzw. Baugrube gepumpt werden. All diese Tiefbaumaßnahmen waren notwendig, damit die eigentlichen Betonarbeiten für den Kraftwerksblock begonnen werden konnten.

Nicht zuletzt durch die gute Zusammenarbeit zwischen Bauherr, Planer und Baufirma konnten diese schwierigen Bauverfahren in kurzer Zeit und auf höchstem qualitativem Niveau erfolgreich umgesetzt werden.