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Pumpspeicherkraftwerk Limberg II

Der Speicher Wasserfallboden mit der Limbergsperre im Hintergrund
Daten und Fakten
Firma PORR Bau GmbH
AuftraggeberVERBUND – Austrian Hydro Power
Stadt/LandKaprun - Österreich
Projektart Hochgebirgsbau, Kraftwerksbau, Tunnelbau
Bauzeit03.2006 - 10.2011

(Noch) mehr Power für das Kraftwerk Kaprun

Das als Ausgleichs- und Regelkraftwerk konzipierte Pumpspeicherkraftwerk Limberg II wurde im Bereich der bestehenden Kraftwerksanlage Glockner-Kaprun errichtet. Dazu wurden die beiden bestehenden Jahresspeicher Mooserboden und Wasserfallboden über einen neuen Triebwasserweg mit einer Länge von rund 5.500 m verbunden. Das Kraftwerk besteht aus einem Stollen und einem etwa 45° steilen Druckschacht, der über die Verteilrohrleitungen in die neue Kraftkaverne einmündet. In dieser befinden sich die beiden neuen Maschinensätze mit einer Leistung von jeweils 240 MW. Die Einbindung in den Speicher Wasserfallboden erfolgte über einen Unterwasserstollen mit einer Länge von rund 550 m. Die Kraftwerksbaustelle wurde mithilfe eines 5.500 m langen Zufahrtstunnels bis zur Limbergsperre wintersicher erschlossen. Bei der unterirdischen Errichtung sämtlicher Anlagen stand eine größtmögliche Rücksichtnahme auf die Natur und das ökologische Gleichgewicht im Vordergrund.

Der rund 4.200 m lange Triebwasserstollen wurde großteils maschinell mit einer offenen Hartgesteins-Tunnelbohrmaschine aufgefahren, deren Ausbruchdurchmesser 7,03 m betrug. Die Regelauskleidung dieses Stollens besteht aus einer 40 cm starken unbewehrten Ortbeton-Innenschale, die an einen 2,05 m breiten Sohltübbing anschließt. Für den Ausbruch des 770 m langen Druckschachts kam ebenfalls eine offene Hartgesteins-Tunnelbohrmaschine mit einem Ausbruchdurchmesser von 5,80 m zum Einsatz. Die Auskleidung dieses Schachts erfolgte mittels Stahlpanzerung, der Ringspalt zwischen Ausbruchlaibung und Panzerung wurde mit Rinnenbeton aufgefüllt. 

Für die beiden Maschinensätze wurde eine 62 m lange, 25 m breite und 43 m hohe Kaverne im Berginneren geschaffen – dabei fiel ein Ausbruch von insgesamt 57.000 m³ Fels an. Zur Ausbruchsicherung dienen Dreigurt-Gitterbögen, dreilagig bewehrter Spritzbeton mit 35 cm Dicke und eine Regelankerung aus 6 m langen SN-Ankern (SN – Store-Norfors) und 15 m langen Dauereinstabankern. Im Speicher Mooserboden trennt ein Ein- bzw. Auslaufbauwerk die beiden bestehenden Staumauern auf rund 2.000 m Seehöhe.

Die wesentliche Herausforderung bei diesem Projekt bestand in seinem überaus umfangreichen und dichten Bauprogramm. Insbesondere die Vielzahl an Angriffspunkten, die teils im hochalpinen Bereich lagen, stellte enorme Anforderungen an die Baustellendisposition und Logistik.